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Pforzheimer Kurier, Freitag, 19. Oktober 2001 
Juniorenfirma entwickelte Sammelmappen für den Euro
Projektgruppe an Fritz-Erler-Schule suchte Marktlücke


BM. In wenigen Wochen hat jeder von uns Euros in den Taschen. Doch noch immer wissen nur wenige, dass zwar die Münzseiten mit der Zahl in allen zwölf beteiligten Euroländern gleich sind, die Rückseiten der Münzen jedoch von den jeweiligen Ländern individuell gestaltet wurden. Nach kurzer Zeit werden wir also nicht nur acht, sondern 96 unterschiedliche neue Münzen haben.
Eine Projektgruppe der Juniorenfirma der Fritz-Erler-Schule hat es sich daher zum Ziel gesetzt, Aufklärungsarbeit zu leisten, um den Bekanntheitsgrad der verschiedenen Münzen zu steigern. Sie haben Eurosammelbücher und -mappen auch für Münzsammler entwickelt. - Eine Marktlücke, wie Studiendirektor Hans-Friedrich Scheeder, Leiter der kaufmännischen Berufsschule am Fritz-Erler-Gymnasium und Projektleiter, glaubt.
Vor knapp einem Jahr startete das Schulprojekt. Zwölf Schülerinnen, Schüler und zwei Lehrer entwickelten erste Vorstellungen, nahmen Kontakte zu Etuiherstellern auf, zur Existenzgründerberatung der IHK, zur Deutschen Bundesbank, dem Finanzministerium und der Europäischen Zentralbank, um Informationen über Motive und technische Daten der Münzen zu bekommen. Im Juni fand ein Besuch bei der Staatlichen Münze in Karlsruhe statt, wo erstmals mit echten Euromünzen überprüft werden konnte, dass die Münzen auch tatsächlich in die neu entwickelten Sammlersets passen.

Ideen hatte man, Konzepte auch, blieb die Frage, woher das Geld für die Vorfinanzierung kommt. Um den schulischen Rahmen nicht zu sprengen griff Hans-Friedrich Scheeder auf Privatvermögen zurück und gründete mit den Schülern eine GmbH, die „Euromatrix-GmbH“.

Bei einem Pressegespräch präsentierten Schüler und Lehrer gestern ihre ersten Produkte. Ganz exklusiv, für den gehobenen Käufermark sind die Holzbuch-Unikate (399 Mark). Die von einem Schreiner handgearbeiteten Edelholz-Bücher beinhalten eine Münzbildunterlage in hochwertigem Fotodruck mit allen 96 nationalen Münzmotiven. Über der Münzbildunterlage befindet sich Plexiglas mit passgenauen Aussparungen für die Münzen. Jede Münze hat ihren festen Platz unter der jeweiligen Landesflagge. Es gibt aber auch preiswertere Sammler- und Präsentationsmappen, dazu Sammler-Set-CDs, sowohl für Markmünzen als auch für Euromünzen, Tischsets und Memories. Zehn Gebrauchsmuster wurden beim Patentamt geschützt.

Mehr Informationen gibt es im Internet (www.eumatri.de) oder über die Juniorfirma der Fritz-Erler-Schule, Westliche 215.
 

 
Pforzheimer Zeitung, Freitag, 19.10.2001 
Euro-Produkte von Schülern
Fritz-Erler-Lehrer gründet GmbH zur Vermarktung von guten Ideen - Pennäler sammeln wertvolle Erfahrungen im Geschäftsleben


Pforzheim. Lehrer und Schüler der Fritz-Erler-Schule entwickeln seit Dezember in Zusammenarbeit mit Unternehmen der Region Nordschwarzwald Ideen zum Euro. Gestern stellten sie in der Schule ihre Produkt-Palette vor.

Von PZ-Redakteur Roger Rosendahl
Vom Lernspiel „Euro Memory“ bis zum Tisch-Set mit dem Eurogeld, vom Münz-Aufbewahrungssystem in Form einer CD „Die DM geht, und der Euro kommt“ bis zu Münz-Sammeletuis für alle 96 Euro-Münzen der zwölf Euro-Länder reicht diese Produktpalette.
„Es gibt unsere Produkte in den unterschiedlichsten Materialien und Ausführungen in allen Preislagen: Vom rund 400 Mark teuren Holzbuch-Unikat mit Wirbelrücken zum Sammeln und Aufbewahren von Euromünzen bis zum Tischset für 6,90 Mark“, erklärt Projektleiter Hans-Friedrich Scheeder, der mit der Juniorenfirma der Fritz-Erler-Schule eng zusammenarbeitet.
Er hat für dieses Projekt eine GmbH gegründet und privates Start-Kapital investiert. „Zwölf Schüler und zwei Lehrer begleiten den gesamten Geschäftsprozess von der Produktpalette bis zur Marktreife“ freut sich Scheeder.
Für die Schüler ist dies eine einmalige Möglichkeit, schon früh Erfahrungen im Geschäftsleben zu sammeln. „Sie werden auch an einem eventuellen Gewinn beteiligt“, verspricht Scheeder. Doch vor den Erfolg haben die Götter erst einmal den Schweiß gesetzt: Projektideen vorstellen, Schüler und Lehrer zur Mitarbeit aufrufen, viele Infotermine und Arbeitssitzungen. Danach Namensgebung, Briefkopfgestaltung und Zusammenarbeit mit der Juniorfirma der Fritz-Erler-Schule. Den ersten Produktideen folgen Weiterentwicklungen der Rohentwürfe. Es kommt zu Kontaktaufnahmen mir Etuiherstellern und anderen Firmen in Pforzheim und Umgebung. Produktgespräche folgen, die Existenzgründerberatung der IHK wird aufgesucht. Kontakte mit der Bundesbank, dem Bundesfinanzministerium und der Europäischen Kommission werde geknüpft.
Nach der Info-Phase folgt die Arbeit an einem Info-Stand für das Atrium der Fritz-Erler-Schule. Eine ganze Netzplan-Aktivitätenliste wir erstellt. Produktgespräche, Marketingsitzung mit Pizzaessen, Gespräche beim Patentanwalt, Steuerberatungsbüro, Notartermin, Besuch der Münze in Karlsruhe zum Produkttest.
Eine Schreinerei übernimmt die Produktion des edlen Holzbuches, eine Grafikerin hilft bei der Lösung grafischer Probleme und erstellt die Druckdaten. Eine Firma erhält Aufträge für die Präsentationshüllen und hilft bei der Produktverfeinerung. Eine weitere Firma übernimmt die Plexiglas-Bearbeitung.
Bei den Schul-Projekttagen wird die Produktpalette erweitert. Patentamt-Besuch, Produktpreis-Ermittlung, Anmeldung von Schutzrechten, Freischaltung des Internetauftritts und Gespräche mit Abnehmern und Wiederverkäufern folgen. Peter Simon, Lehrer an der Fritz-Erler-Schule und Mitglied der Projektgruppe, betont: „In der vorliegenden Form ist dieses Projekt Bestandteil des Comenius-Programms der Europäischen Gemeinschaft.“
Die Arbeitsgemeinschaft von Schülern und Lehrern, die sich, um den schulischen Rahmen nicht zu sprengen, in der „EuroMatrix“-GmbH zusammengeschlossen haben, ließ sich ihre Produkte bereits patentieren. Projektleiter Scheeder, Telefon 0 72 31/ 39 29 95, gibt auch gerne Tipps.

@ Mehr über das Projekt im Internet unter: www.eumatri.de